Netzkonferenz re:publica diskutiert über das Web

Posted by on Mai 7th, 2012

Am 4. Mai ist die sechste Netzkonferenz re:publica in Berlin zu Ende gegangen. Insgesamt drei Tage lang diskutierten Blogger, Netzaktivisten und Politiker über aktuelle Themen. Die Konferenz, die mit gerade einmal 700 Mitgliedern begann, hat sich mittlerweile zur größten Plattform für den Austausch über soziale Medien, das Leben im Netz sowie politische Grundsatzfragen entwickelt.

Dieses Jahr lautete das Motto “Act!on”, ein Wortspiel, das einerseits Aktion bedeutet aber auch “Act on”, also die Aufforderung, sich aktiv am Web zu beteiligen. Vom 2. bis zum 4. Mai trafen sich 4000 Teilnehmer und 350 Redner aus 30 Ländern. Neben Szenegrößen, Bloggern wie Sascha Lobo und dem Mitorganisator der re:publica Markus Beckedahl nahmen auch EU-Internetkommissarin Neelie Kroes und Piraten-Politikern Marina Weisband an der Konferenz teil. Auf acht Bühnen gab es die Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und über neue Trends informiert zu werden. Zudem wurden alle Veranstaltungen im Livestream übertragen. Mehr als 200 Stunden Programm widmeten sich dem “Leben im Netz”.

Die meist diskutierten Themen in diesem Jahr waren das Urheberrecht im Netz, das umstrittene ACTA-Abkommen sowie die Netzneutralität. Daneben wurden auch Crowdfunding – eines der Ergebnisse der Massenfinanzierung ist ganz aktuell im Film “Iron Sky” zu sehen – Gesundheit im Web 2.0., neue Web-Technologien, Innovationen und Bildungsformen besprochen. Außerdem gab es spannende Medienpräsentationen wie das Kunstprojekt “Tweetscapes”, das Twitter-Nachrichten in Musik umwandelte.

Zu den spannendsten Panels gehörte die Diskussion über das ACTA-Abkommen, das auch Vorträge von Beckedahl und dem Journalisten Glyn Moody beinhaltete. Netzaktivisten halten das Abkommen für eine ernste Bedrohung des freien Internets. Kroes erwartet kein Inkrafttreten des Gesetzes, das geistige Urheberrechte im Internet durchsetzen und gezielt gegen Produktpiraterie vorgehen möchte. Im Rahmen des Abkommens sollten etwa Internet-Provider ihre Netzwerke überwachen und Daten vermeintlicher Rechteverletzer offenlegen.

Daneben sprach sich Blogger Lobo für eine internationale Regelung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen sozialer Netzwerke aus. Portale wie Facebook, Google + und Co. würden zwar den Eindruck erwecken, öffentlich zu sein, sind faktisch aber in Privatbesitz. Daraus würden sich zahlreiche Probleme ergeben.